Medikamente
Bei Darmproblemen gibt es viele Medikamente; einige können nur vom Arzt verordnet werden. Hier eine Auswahl.
Welche Medikamente gibt es?
Nur in einem Gespräch mit Ihrem Arzt können Sie herausfinden, welche Medikamente Ihnen helfen können.
Besprechen Sie alle Fragen und Nebenwirkungen mit ihm, bevor Sie mit der Einnahme beginnen, aber auch während der Behandlung. Falls es zu Problemen/Nebenwirkungen kommen sollte, stehen womöglich auch Alternativen zur Verfügung.
Medikamente zur Verbesserung der Stuhlkonsistenz
Es gibt verschiedene Medikamente zur Verbesserung der Stuhlkonsistenz.
Mit Antibiotika wird eine bakterielle Infektion behandelt.
Möglicherweise empfiehlt Ihnen Ihr Arzt die Einnahme von Ballaststoff-Nahrungsergänzung, um den Stuhl zu verdicken. Sehr häufig wird auch die Einnahme von Flohsamen empfohlen, der in der Apotheke erhältlich ist.
Motilitätshemmer verringern die Häufigkeit des Stuhlgangs durch Reduzierung der Geschwindigkeit, mit der Flüssigkeiten durch den Darm transportiert werden. Sehr häufig wird Loperamid eingesetzt.
Neben anderen nützlichen Effekten erhöhen manche Medikamente auch den Druck im Analkanal, um unkontrollierten Stuhlabgang zu verhindern.1 Der Motilitätshemmer Loperamid ist eines dieser Präparate, die auch den Druck im Analkanal erhöhen sollen.
Bei Verstopfung (Obstipation)
Laxantien (Abführmittel) dienen zur Stimulierung des Dickdarms, Stuhl auszuscheiden. Solche Medikamente werden normalerweise oral eingenommen.
Die stuhlaufweichenden Laxanzien bringen Flüssigkeit in den Stuhl.
Laxantien auf Kochsalzbasis ziehen aus dem umgebenden Gewebe Flüssigkeit in den Darm, um so den Stuhl aufzuweichen.
Einige Medikamente machen den Stuhl voluminöser und wässriger und lösen Darmkontraktionen aus. Andere machen den Stuhl durch eine Beschichtung gleitfähiger.
Stimulierende Laxanzien fördern Kontraktionen des Darms, um den Stuhl weiter zu transportieren.
Glycerin-Zäpfchen hinterlassen auf der Innenseite des Afters eine Beschichtung, um die Stuhlausscheidung zu erleichtern.
Bei entzündlicher Darmerkrankung und Reizdarmsyndrom
Bei der medikamentösen Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen kommen Mittel wie Steroide und Immunsuppressiva zum Einsatz, die entzündungshemmend wirken.
Beim Reizdarmsyndrom können spasmolytische (krampflösende) Medikamente Erleichterung bringen. Diese können auch dazu beitragen, die Spannung im Kolon sowie Schmerzen und Blähungen zu verringern.
Interne Links
Literaturnachweis
- Cheetham, M.J, et al, Topical phenylephrine increases anal canal resting pressure in patients with faecal incontinence. Gut 2001; 48; 356-259.
Committee 18. Bliss, D.Z. et al. (Chair: Norton, C., Whitehead, W.E.) Conservative and Pharmacological Management of Faecal Incontinence in Adults. Third International Consultation on Incontinence 2004: Monaco; vol II: Chapter 24; p1545.